Arrogante Routine

Heute trocken, sonnig, 15°. Auto im Hauptquartier übernommen, gewaschen. Innen Nikotingeruch gemischt mit Wunderbäumchen. Aschenbecher leer, immerhin.

Erster Kurs Spiegel-Köniz. Ganz schön weit weg von der Zentrale – Disponentin entschuldigt sich freundlich. Dann mal hin.

Leicht arrogant wirkende Dame, Mitte bis Ende dreissig. Steht schon draussen an der Strasse. Steigt sofort ein, versucht dabei routiniert zu erscheinen so nach der Art „Na kleiner Dienstleister, mach was für mein hart verdientes Geld.“ Kein Gruss, nur die Adresse – das bestätigt: Sie fährt wohl öfters Taxi und will das auch zeigen.

Als ich etwas auf Hochdeutsch sage, stellt sie auf Schriftdeutsch um. Mag ich nicht, wirkt so herablassend. Wird Zeit, dass ich selbst mal mit Bärndütsch anfange, dann ist die Sprachbarriere endlich weg.

„Wollten Sie nicht da rechts hinunter“, fragt sie spitz. „Das kommt aufs Selbe raus“, antworte ich. Das sass, denn jetzt Schweigen bis zum Eigerplatz. Dann pedantisch genaue Angabe, wo ich exakt halten soll. Das Geld hat sie schon ein paar Minuten vor Ankunft rausgeholt. Ich gebe genau heraus, kein Trinkgeld. Schöner Start. Aber macht nix, der Tag kann ja noch werden.

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um hier zu kommentieren.