Heiserne Lunge

Warten, bis die Funktante mir was Neues gibt. Zwischen sieben und acht ist sowieso nie viel los. Trotzdem kein Grund, mich warten zu lassen. Die Ungeduld wächst.

Zweite Kundin. Türschild leicht vergilbt. Sie wohnt offenbar schon lange an dieser Adresse, ist aber auch noch keine Vierzig. Sagt gar nichts, hustet bloss – und wie. Ich mach schon mal das Fenster hoch. Dann kriegt sie zwischen zwei Anfällen japsend raus, wo sie hingebracht werden will: ins Krankenhaus, Röntgenabteilung. Ob’s die Lunge ist? Gibt zwei Franken Trinkgeld und ist plötzlich ganz freundlich. Wohl erleichtert, dass ich im Inselspital den richtigen Eingang auf Anhieb gefunden habe. Aber hier kenne ich mich aus, ein beliebtes Ziel für Taxikunden und Bluttransporte. Bin genauso erleichtert, dass die Dame mir jetzt nicht noch ins Gesicht hustet. Hatten wir ja auch schon. Gute Besserung und weiter.

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