24h-Rennen: Pflichtrunden absolviert

Das Qualifikationstraining zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring war für das Toyota Swiss Racing Team eine Vernunftsangelegenheit. Gefahren wurde nicht auf Zeitenjagd, sondern Materialschonung.

 
11264978_965512703481424_5102552918391963368_nBereits im freien Training zum 43. ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring ging es für die Piloten des Toyota Swiss Racing Team und Lexus Racing darum, so umsichtig und schonend mit den Fahrzeugen umzugehen wie möglich, um sowohl den Toyota GT 86 mit der Startnummer 196 als auch den Lexus IS F CCS-R mit der 54 fürs Qualifying und insbesondere das Rennen rund um die Uhr gut vorzubereiten.

Thomas Lampert übernahm den Part des Funktions-Checks auf einer kompletten Runde mit Grand-Prix-Kurs und Nordschleife, auf einer komplett trockenen Piste. Abgesehen von einem kleinen Problem mit dem ESP-System, das rasch aussortiert werden konnte, verlief der Test positiv. Anschliessend absolvierte Benjiamin Albertalli noch ein paar Runden auf dem Grand-Prix-Kurs, um sich wieder auf den Toyota GT 86, der in der Klasse V3 für seriennahe Fahrzeuge eingeteilt ist, einzustimmen. Es waren seine ersten Runden in diesem Fahrzeug seit seinem VLN-Start im vergangenen Herbst.

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Beim Lexus IS F war es Fredy Barth, der das Fahrzeug im freien Training auf Herz und Nieren prüfte. Hinzu kam eine aussergewöhnliche Zusatzaufgabe. TV-Starkoch Mario Kotaska bereitete Rinsfilet à la Nordschleife zu: Zur Garung diente der Rennmotor des Lexus. Jeweils zwei Rindsfilets in Alufolie wurden während den Trainingsrunden im Motorraum erhitzt, und bereits nach zwei Nordschleifen-Umgängen war das Fleisch gar. Davon abgesehen lief der in der Klasse SP8 eingestufte IS F CCS-R problemlos, sozusagen als schnellste Küche der Eifel. Den Mitgliedern des Teams Ring Racing, die den Haupteinsatz für das Toyota Swiss Racing Team und Lexus Racing bestreiten, liessen sich das zarte Filet mit Spargelspitzen schmecken. Street Food der anderen Art.

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Im Qualifying, das abends um 19 Uhr 25 begann, absolvierten alle Fahrer der beiden Fahrzeuge ihre obligatorischen Trainingsrunden, jeweils zwei gezeitete Komplettrunden. Bei den ersten Runden war die Strecke für Thomas Lampert und Benjiamin Albertalli regennass, was bei der Abstimmung fürs Rennen half, denn wie immer sind auch beim 24-Stunden-Rennen Regenperioden zu erwarten. “Ich habe mich wohler gefühlt als bei meinen ersten kurzen Runden auf dem Grand-Prix-Kurs”, erklärte Albertalli. Manuel Amweg, der rennerfahrenste Pilot im Fahrerquartett des Toyota GT 86, fuhr mit den Regenreifen bereits auf abtrocknender Piste, und Herbie Schmidt hatte mit den abbauenden Pneus auf der nun komplett trockenen Ideallinie zu kämpfen. Hinzu kam die einsetzende Dämmerung, so dass Schmidt als Erster das Fernlicht unter Nachtbedingungen testen konnte. Anschliessend erprobten auch die dreii anderen Piloten die Ausleuchtung der Piste für die Nachtstunden des Rennens, doch an eine Verbesserung der Zeiten war mit dem unverändert auf Regenreifen rollenden Wagen nicht zu denken.

11229907_10152876065165735_3474652182080391022_nIm Lexus hingegen kamen Helmut und Horst Baumann sowie Lorenz Frey und Fredy Barth vom Emil Frey Racing Team auf ansprechende Rundenzeiten, wenngleich auch beim Qualifying Kotaskas Filetküche unter der Haube im Fokus stand. Quasi als Beilage entstand eine Qualifikationszeit, die zunächst für die Pole Position in der aus sechs Fahrzeugen bestehenden Klasse SP8 reichte.

Das zweite Qualifikationstraining am Freitag Morgen liessen beide Equipen zur Materialschonung und Risikominimierung bei nasskalten Bedingungen aus, doch fiel auf diese Weise das Lexus-Team noch auf Rang vier in der Klasse zurück.

“Die Trainingsergebnisse sind zunächst einmal völlig sekundär”, erklärt Teamchef Hannes Gautschi. “Wichtig war uns, dass wir unter schwierigen wechselhaften Bedingungen keine unnötigen Trainingsunfälle erleben. Alle Fahrer haben ihre Aufgabe vorbildlich erledigt, und das Rennen wird keinesfalls in der Startaufstellung entschieden.”

Für das am Samstag um 16 Uhr beginnende 24-Stunden-Rennen ist die Taktik bereits definiert, jedoch ohne die Tatsache aus den Augen zu verlieren, dass stets mögliche Wetterwechsel die Strategie und das Geschehen auf der Piste deutlich beeinflussen können. “Zunächst einmal streben wir für beide Fahrzeuge eine sichere Zielankunft an”, so Gautschi. “Wenn wir nach einer gewissen Renndauer feststellen, dass wir Klassensiegchancen haben, blasen wir zum Angriff.”

43. ADAC Zurich 24h-Rennen – Qualifying – Klasse SP8

RangStartnummer (Fahrer)FahrzeugQualifikationszeitRückstand
1. 50 (Harris/Mathai/Cate/Gülden)  Aston Martin GT12 09:02.630-
2. 48 (Talbot/Kamelger/Katsura/Schuhbauer)  Aston Martin GT12 09:30.050+ 27.420
3. 45 (Göschel/Heldmann/Scheibner/Weishar)  BMW E92 M3 09:35.024+ 32.394
4. 54 (He. Baumann/Ho. Baumann/L. Frey/F. Barth) Lexus IS F CCS-R 09:41.969+ 39.339
5.  46 (Adams/Möller Sonntag/Moran/Klasen)  BMW E92 M3 09:44.618+ 41.988
DNQ 49 (Bez/Bänziger/Rose/Leemhuis)  Aston Martin Vantage V8 11:14.452+ 02:11.822

43. ADAC Zurich 24h-Rennen – Qualifying – Klasse V3
RangStartnummer (Fahrer)FahrzeugQualifikationszeitRückstand
1. 193 (Muytjens/”Brody”/Barbaro/Derenne)  Toyota GT 86 10:52.673-
2. 196 (H. Schmidt/B. Albertalli/T. Lampert/M. Amweg)  Toyota GT 86 12:36.746+ 01:44.073

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