Blechschaden

Letzte Schicht vor den Semesterferien. Das bedeutet für mich eine grosse Taxi-Pause, denn für drei Monate bin ich weg aus Bern. Und für die Herbstzeit ist bei mir der Umstieg in die Sparte Funktaxi geplant.

Ich stehe wieder mal in der Schlange, an neunter Stelle. Zum Glück ist eine ganze Gruppe von Taxifahrgästen angekommen. Ein Wagen nach dem anderen fährt mit Kundschaft ab. Vor mir ist eine jüdisch-orthodoxe Familie mit dem Chauffeur zugange und verhandelt über den Preis. Es geht insbesondere um zusätzliche Gebühren für die gefühlt 30 Gepäckstücke, die im Kofferraum und auf dem Dachgepäckträger verzurrt werden müssen.

Jetzt bekomme auch ich eine Kundin, die ins Wankdorffeld will. Vor mir wird noch immer intensiv verhandelt. Ich setze zurück, um aus der Lücke zu kommen, doch gibt es einen kleinen Aufprall. Ich bin mit dem Heck in den hellgrünen Audi 100 eines Kollegen gefahren. Ich bitte die Kundin um ein kurzes Warten und schaue mir den Schaden an.

Eine kleine Beule im Kühlergrill-Chrom. Kollege steigt super-lässig-langsam aus und hält mit überlegenem Lächeln die Hand auf: „100 Stutz, und wir vergessen die Sache.“ Ich fühle mich jetzt auch zum Handeln animiert und entgegne: „50 Franken jetzt, und über den Rest verhandeln wir heute Nachmittag, OK?“ Er schnappt sich das Nötli und lässt mich fahren. Wieder ein halber Tagesumsatz für den Hasen, Super-Abschluss meiner Bahnhoftaxi-Zeit.

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