Der Alles(besser)könner

Skoda komplettiert die Octavia-Reihe mit dem robusten Allradler Scout. Die zweite Generation des hochbeinigen Vielseitigkeits-Wagens kann wie der Vorgänger alles, aber nun alles noch ein bisschen besser.

Skoda Octavia Scout 2014_08Kunststoffbeplankte Allradkombis entsprechen auch in der Schweiz einem aktuellen Kundenbedürfnis, und daher darf ein solches Modell bei Anbietern von geräumigen Familienkombis nicht fehlen. Skoda hat im VW-Konzern bereits Vorsprung in diesem Segment, gibt es den Octavia Scout doch bereits seit 2007. Die zweite Generation basiert auf der per 2013 lancierten neuen Octavia-Reihe und dem modularen Querbaukasten von VW. Genauso wie der ebenfalls brandneue Seat Leon X-Perience. Zum Serienumfang gehören neu gestaltete Stossfänger, eine Rundumbeplankung aus schwarzem Kunststoff sowie ein Schlechtwegepaket mit Unterfahrschutz in Alu-Optik.

Skoda Octavia Scout 2014_03Was aber spricht denn nun dafür, ausgerechnet den Octavia Scout zu wählen, wenn es um einen Kombi fürs Grobe, oder zumindest fürs geringfügig Gröbere geht? Skoda-Kommunikationschef Peik von Bestenbostel weiss die Antwort: „Im Vergleich zum Seat ist der Octavia Scout geräumiger, denn er hat den längeren Radstand. Entsprechend ist auch der Kofferraum grösser, und bei der Anhängelast von 2000 Kilogramm liegen wir ebenfalls vorn.” Doch will er die anderen Konzernmarken keinesfalls schlecht machen: “Wir interpretieren das Thema anders als die anderen. So ist der Seat zum Beispiel zwar noch kompakter, dafür aber eine Spur spritziger.”

Bei der Lancierung des Skoda Octavia Scout im September wird es drei Antriebsvarianten geben: Einen TSI-Benziner mit 180 PS sowie je einen TDI-Diesel mit 150 und 184 PS. Letzterer wird wie der Benziner mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe DSG geliefert, den schwächeren Selbstzünder gibt es nur mit Sechsgang-Handschaltung.

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RS-Motor
Das Gros der Verkäufe erwartet Skoda hierzulande beim stärkeren TDI, der aus der sportlichen RS-Variante stammt. Im Scout funktioniert die Kombination mit Allrad dank Haldex-Kupplung der fünften Generation bestens, wie die Fahrt bei starkem Regen durch den mässig schweren Offroad-Parcours offenbart. Ein echter Offroader aber ist der Scout nicht. Soll er auch nicht sein, schliesslich gibt es noch den Yeti, und ein weiteres SUV ist in der Pipeline.

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Auf der Strasse ist von der um 3,1 auf 17,1 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit nichts zu spüren. Die Seitenneigung ist in Kurven nur mässig, dies dank des serienmässigen aktiven Fahrwerks mit drei vorwählbaren Fahrmodi. Auf Asphalt agiert der Scout hauptsächlich als Fronttriebler, lediglich bei Schlupf verteilt das 4×4-System die Kraft bis zu 85 Prozent auf einzelne Antriebsräder.

Der 180 PS starke Benziner, laut AMAG-Erwartungen der zweitbeliebteste Octavia Scout, vermag nicht ganz so zu überzeugen. Sein Drehmoment von maximal 280 Nm lässt den 1500 Kilo schweren Combi etwas gar angestrengt agieren. Der 184-PS-TDI verfügt über 100 Nm mehr Drehmoment und eine etwas bessere Laufkultur. Er dürfte auch als Zugfahrzeug die bessere Wahl sein.

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Zu kaufen gibt es den Skoda Octavia Scout ab September in der Schweiz, zu Preisen ab 39 450 Franken. Der Topdiesel kostet mit umfangreicher Grundausstattung ab 41 450 Franken. Das sind 450 Franken weniger als ein „ziviler“ Octavia Combi 4×4 der obersten Ausstattungsstufe Laurin&Klement. Erstaunlich.

Erschienen in der Neuen Luzerner Zeitung

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