Der Floh ist im Ohr

Abends Treffen mit Kommilitonen aus dem Jus-Studium. Suche nach Zusatzverdienst, denn der Ausbildungsbeitrag vom Elternhaus reicht nur für einen Basis-Lebensstandard. Schon hart, wenn die meisten Kollegen nach der Lehre schon ordentlich Geld verdienen. Nicht selten muss ich passen, wenn es im Ausgang teuer wird.

Einer, bereits mit Zwischenabschluss cand.iur., hat einen Tipp. Taxifahren, als Aushilfe. „Da bekommst Du einen Umsatzanteil von 43 Prozent, und den hast Du am Ende der Schicht ja bereits in der Tasche.“ Der Haken: die anderen 57 Prozent gehören dem Taxiunternehmer, der das Auto, die Funkzentrale, den Sprit und auch sonst alles stellt, was es zum Taxifahren braucht. Und der gesamte Umsatz ist am Feierabend in der eigenen Tasche – also immer schön den Löwenanteil beiseitelegen und brav pünktlich per Wochenende einzahlen. Was gibt’s zu verdienen? Im Schnitt 100 Franken pro Tag. Klingt gut.

Was braucht es zum Taxichauffeur? Eine Theorieprüfung zur Arbeits- und Ruhezeitverordnung, eine praktische Fahrprüfung wie beim normalen Fahrausweis, eine Ortskenntnisprüfung – fertig.

Zwei Unternehmen kommen in Frage, die Aushilfen einstellen: Bären-Taxi mit den weissen Peugeot 504 oder Nova-Taxi mit den gelb-roten Fiat 132. Deren Zentrale liegt etwas näher an der Uni – die logische Wahl. Na bitte, vom Virus Taxi angesteckt. Anmelden zum Orientierungsabend.

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