Die Wohlfühlphase beginnt

Dritter Renneinsatz im Toyota Swiss Racing Team. Mit Thomas Lampert der gewohnt zuverlässige Pilotenkollege, mit dem Toyota GT 86 Startnummer 516 der gewohnte Einsatzwagen, mit den Jungs von Ring Racing das bewährte Team. Ziel: Verbesserung der Rundenzeit und sichere Zielankunft. Das Eifelwetter machte wieder einen Strich durch die Rechnung.

vln2014-08_hs01Am Freitagnachmittag fängt alles bestens an. Noch auf der Fahrt zum Nürburgring durchquere ich in Südbaden mieses Wetter und viel stehendes Wasser auf der Autobahn, doch in der Eifel herrscht strahlender Sonnenschein. Beste Voraussetzungen für das Ziel, gemeinsam mit dem GT 86 Schritt für Schritt schneller zu werden.

So übernehme ich als erster Fahrer das Steuer der Startnummer 516, gewohnt gut vorbereitet durch die Einsatzcrew von Ring Racing. Schon von Beginn an spüre ich leichte Vibrationen, die von früh aufgesammeltem Reifengummi auf der Fahrbahn stammen müssen. Weder die Reifenhaftung noch die Lenkung sind jedoch beeinflusst, sodass ich mich daran mache, meine geplanten fünf Trainingsrunden zu absolvieren.

Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass bereits im Freien Training zwischen den Top-GT3-Autos Marke Porsche, BMW und Audi ein Kampf um Positionen und jede Menge Windschattenspiele entbrennen würde. So muss ich ein ums andere Mal an engen Stellen Platz machen, um nicht “über den Haufen gefahren” zu werden. Ärgerlich, aber das ist mittlerweile wohl bereits im Freien Training das Spiel. “Man darf nicht vergessen, dass es für die Piloten in den Topautos schon am Freitag ums Überleben geht”, erklärt mir Ring-Racing-Boss Uwe Kleen. “Wer nicht von Anfang an schnell ist, geht womöglich am Samstag gar nicht erst ins Rennen, sondern wird vom Teamchef nach Hause geschickt.”

An eine Verbesserung meiner persönlichen Bestzeit ist so leider nicht zu denken. Ich übergebe nach fünf Runden an meinen Teamkollegen Thomas Lampert. Am Abend dann vertiefte Analyse seiner besten Runde, die im Schlepptau von “Fahrlehrer” Uwe ausserordentlich schnell ist. Erstmals ist eine Videokamera an Bord der 516, die alles aufzeichnet. In etlichen Passagen wählt Thomas nun den nächsthöheren Gang – das sorgt für höheres Tempo bei gleichzeitig besserer Stabilität. Ein Schlüsselerlebnis für mich, das ich während der Nacht weiter verinnerliche.

vln2014-08_q00Am Samstag bin ich als Zweiter an der Reihe, um meine Qualifikationszeit zu absolvieren. Von Anfang an setze ich um, was ich am Vorabend per Videostudium gelernt habe. Es gelingt, und die bereits etwas reduzierte Sicht auf der nebligen Strecke beeinflusst mich kaum. Der Grip und die Balance des GT 86 sind besser denn je, die höheren Gänge bringen deutlich mehr Fahrstabilität. Jetzt bin ich in der Wohlfühlphase. Das wird eine schnelle Runde, spüre ich. Doch beim Einbiegen auf die Döttinger Höhe ist alles aus. Gelbe Flaggen werden geschwenkt, und bei der Antoniusbuche folgt die rote Flagge. Ich rolle nur noch, die Rundenzeit ist hin.

Das war es dann auch vom achten Lauf zur VLN, denn der Nebel wird immer dichter. Schliesslich wird das Rennen ganz abgesagt. Es bleibt die freudige Erwartung auf den nächsten Einsatz, am 11. Oktober an gleicher Stelle. Mit dem gleichen Ziel: Es geht noch deutlich schneller.

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um hier zu kommentieren.