Dossier Michel Vaillant: Aytron Senna

Obwohl das “Dossier Michel Vaillant” über Ayrton Senna unmittelbar nach der Ausgabe über Alain Prost erschien, entstand der dreizehnte Band der Reihe offenbar davor, denn die Zeichnungen stammen von Papazoglakis/Lopez/Pauwels. Zum Glück.

dossier-senna0Noch zu Lebzeiten von Jean Graton, dem Schöpfer der berühmtesten Rennfahrer-Comicserie überhaupt, “Michel Vaillant”, entstand die Reihe der “Dossiers Michel Vaillant”, in der Stars der wirklichen Rennsportszene portraitiert werden.

Band 13 der Reihe erschien im November 2010 und befasst sich mit dem Leben und frühen Ableben der brasilianischen Legende Ayrton Senna. Wie schon beim im gleichen Jahr erschienenen 12. Band rund um Alain Prost ist Lionel Froissart, ein Motorsportjournalist und Formel-1-Spezialist seit mehr als vierzig Jahren, der Urheber der Biografie, für die zudem Jean Graton selbst noch tätig war.

Um es kurz zu machen: Viel Neues ist zur Karriere des Brasilianers nicht zu erfahren. Zudem ist es erneut etwas ärgerlich, dass Froissart das Duell zwischen Senna und Prost arg aus französischer Sicht beschreibt. Der “Professor” sowie der damalige FIA-Boss Balestre kommen einfach zu gut davon. Schade.

Der Band lebt denn vor allem von den Comic-Strecken. Davon gibt es leider nur zwei, diese aber sind vom belgischen Trio Guillaume Lopez, Christian Papazoglakis und Frédéric Pauwels, und das ist gut so. Denn im Unterschied zum Dossier Prost sind die Zeichnungen lebendiger und dynamischer gestaltet. Die Darstellung der Personen scheint recht gut gelungen, die einzelnen Protagonisten sind auf Anhieb zu erkennen, ihr Mienenspiel ist glaubwürdiger als beim Prost-Dossier. Teil 1 widmet sich Sennas Zeit in der Formel 3, und hier insbesondere dem Jahr 1983, wo er im Duell mit Martin Brundle obsiegte und die britische Meisterschaft gewann.

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Der zweite Comic-Teil befasst sich mit dem Regenrennen in der Formel-1-Saison 1993 in Donington Park, wo Senna mit einem untermotorisierten McLaren-Ford MP4/8 nach schlechtem Start das Feld von hinten aufrollte und siegte. Immerhin schildert Froissart hier das Lamenti des unterlegenen Prost, der in der Pressekonferenz tausend Ausreden fürs eigene Versagen im strömenden Regen fand.

Wie im Prost-Band schliesst eine ebenfalls gezeichnete Galerie der wichtigsten Fahrzeuge in Sennas Leben bis zum Unfalltod 1994 die Biografie ab. Und wie schon in der Besprechung des Dossier Prost beklagt, sind die meisten Rennwagen jeweils über zwei Seiten dargestellt, sodass nie ein gesamter Blick auf die Wagen – ohne lästige Bindungs-Teilung – möglich ist. Nochmal schade.

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