Downsizing unerwünscht

Im Interview mit AutoGuide.com bestätigt der britische Sportwagenhersteller, dass er vorerst keine SUV und keine Autos unterhalb sechsstelliger Preise anbieten wird.

Es wird erst einmal nichts mit einem Aston Martin unter 100’000 Franken, Eurokurs hin oder her. Das bestätigt Julian Jenkins, US-Chef der britischen Edelmarke, bekannt für ihre luxuriösen und hochpreisigen Sportwagen. Man überwache die Nachfrage im Markt sehr genau, sagte er im Gespräch mit dem Onlineportal AutoGuide.com. Falls sich ein Segment oder eine Gelegenheit aufdränge, werde man ein entsprechendes Angebot im Markt placieren, erläuterte er, ohne jedoch auf spezifische Fahrzeuge einzugehen.

Aston_Martin-Cygnet_2012_1600x1200_wallpaper_07

Von 2011 bis 2013 bot Aston Martin den vom Toyota iQ abgeleiteten Kleinstwagen Cygnet an. Er sollte als Zweitwagen für Aston-Martin-Eigner dienen und kostete rund 50’000 Franken.

Gemäss aktueller Preisliste ist das zurzeit günstigste Modell von Aston Martin in der Schweiz das V8 Vantage Coupé ab 126’000 Franken. Die Frage, ob Aston Martin je ein Fahrzeug in günstigeren Preisklassen als bisher anbieten werde, um das Produktionsvolumen und den Ertrag zu steigern, verneinte Jenkins ausdrücklich. Der Kleinstwagen Cygnet, auf Basis des Toyota iQ entstanden und ursprünglich für rund 50’000 Franken angeboten, ist seit 2013 nicht mehr im Programm.

Aston_Martin-Lagonda_2016_1600x1200_wallpaper_01

Der neue Lagonda Taraf von 2013 ist eine für den nahöstlichen Raum entwickelte Luxuslimousine von Aston Martin.

Aufstieg mit Lagonda

Die Entwicklung bei der britischen Marke geht in eine ganz andere Richtung. Zum Erhalt der markentypischen Exklusivität zielt Aston Martin mit der Wiederbelebung des aus den Siebzigerjahren bekannten Lagonda auf besonders kaufkräftige Kunden. Der Lagonda Taraf wurde vor wenigen Monaten als viertürige Luxuslimousine spezifisch für den nahöstlichen Markt lanciert. Eine Nachfrage nach dem Fahrzeug besteht auch in anderen Märkten, doch ist noch nicht geklärt, ob der Taraf auch in Europa angeboten werden soll.

Aston_Martin-Lagonda_Concept_2009_1600x1200_wallpaper_02

Aston Martin Lagonda Concept 2009

Bereits vor sechs Jahren stand eine Lagonda-Studie auf dem Stand von Aston Martin am Automobilsalon Genf. Es handelte sich um ein luxuriöses SUV, mit dem das Kundeninteresse getestet wurde. Die Reaktionen fielen jedoch offenbar nicht positiv genug aus, sodass auch das boomende Segment sportlich-luxuriöser Geländefahrzeuge bei Aston Martin vom Tisch ist. Gemäss Jenkins bleibe der Fokus der Marke auf dem Sportwagensegment. Wachstum könne auch von der bestehenden Modellpalette ausgehen, und neue Märkte in Südamerika und China trügen zur Ertragssteigerung bei, wenngleich eine Verdrei- oder Vervierfachung des Produktionsvolumens nicht in Frage komme.

So müssen sich Interessenten für luxuriöse Geländefahrzeuge mit sportlichen Eigenschaften wohl oder übel auf die etablierten SUV deutscher Premiumhersteller konzentrieren oder aber auf entsprechend neue Angebote von Jaguar, Bentley und Maserati warten, die kurz vor der Marktlancierung stehen.

Hier geht es zum Original-NZZ-Artikel.

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um hier zu kommentieren.