Erste Runden im Renn-Toyota

Langsames Herantasten ist das Rezept für einen sicheren und kontinuierlichen Aufbau. Die ersten Kilometer am Steuer des Toyota GT 86 im Renntrimm brachten wichtige Erfahrungen.

VLN1_002Freitagmittag, Nürburgring: Erste Sitzprobe im Rennauto. Der GT 86 ist mit Überrollkäfig, Rennsitz, Sechspunktgurten und Datalogger ausgestattet. Alles Überflüssige hingegen wurde entfernt. Wie passt der neue Simpson-HANS? Funktioniert die Funkanlage? Sitzposition und Gurtlänge in Ordnung?

Kleine Anpassungen, und dann geht’s ab auf die Rennstrecke. Heute Nachmittag herrscht bestes Frühlingswetter, gefahren wird der Grand-Prix-Kurs mit Kurzanbindung. Einfach mal raus und sich an Strecke und Grip der Slicks gewöhnen.

VLN1_007Und immer schön den Blick in Rück- und Seitenspiegel werfen, denn von hinten kommen sie mit Schallgeschwindigkeit: McLaren, Porsche GT3, Mercedes SLS, Ford GT, alle gefühlt doppelt so schnell wie der weitgehend serienmässige Toyota GT 86.

Nach zwei Runden sind die profillosen Reifen warm, jetzt klappt es mit höheren Kurventempi. Die Linie passt ganz gut, die Bremspunkte noch nicht so ganz. Insbesondere nach der Start-Ziel-Geraden ist vor dem Einlenken in die hängende Rechtskurve kräftiges Bremsen verlangt.

Die ersten sechs bis sieben Runden sind schadlos überstanden, doch dann passiert es: Beim Anbremsen vor der Kurzanbindungs-Haarnadel fällt urplötzlich das ABS aus. Die Räder blockieren, die Fahrt geht wie auf Schnee geradeaus. Der Notausgang hilft ein wenig, und so geht es ohne Ausritt ins Gras wieder auf die Strecke und gleich zurück zur Box, denn jetzt macht sich der eckig gebremste Reifen mit starken Vibrationen bemerkbar.

Nach Reifenwechsel und kompliziertem Reset geht es wieder raus. Doch diesmal mit Sportreifen, die deutlich weniger Bodenhaftung aufbauen wie die Rennslicks. Weitere drei Runden später wieder der Ausfall des Antiblockiersystems, diesmal beim Anbremsen nach Start-und-Ziel. Wieder blockieren die Räder, wieder geht es geradeaus. Zurück zur Box.

VLN1_005Die dritte Ausfahrt ist schon alsbald die letzte. Kaum habe ich mich an die Sportreifen, die Schalt- und Bremspunkte gewöhnt, der dritte ABS-Ausfall. Zurück in die Boxengasse und erstmal Feierabend.

Fazit: Die ersten Runden haben gezeigt, dass man sich im GT 86 Rennwagen wohl fühlen kann. Gerne wäre ich noch mehr gedriftet, aber das ist nicht schnell und insbesondere bei der Vielzahl schnellerer Fahrzeuge, die mit Macht an einem vorbei wollen, überhaupt nicht empfehlenswert. Ich habe viel gelernt, auch wenn es noch nicht wirklich schnell war. Und nun müssen die Techniker um Roland Baumann und Hannes Gautschi ran an die Suche nach dem Fehlerteufel.

In zwei Wochen geht es für mich weiter in der Grünen Hölle. Dannzumal vielleicht schon auf der Nordschleife im freien Training am Freitagnachmittag. Doch jetzt steht der erste Einsatz des Schwesterautos mit den Piloten Werner Schmid, Roger Vögeli und Olivier Burri an. Das freie Training auf der Nordschleife läuft bereits. Morgen ist Renntag. Dranbleiben.

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