Kleines 1×1 des 4×4

BMW lud zur “xDrive Swiss Challenge 2014” und bot die Gelegenheit, die neusten Allradmodelle der Marke auszuprobieren. Die Zeit während der zweitägigen Ausfahrt in die Südostschweiz verging wie im Fluge, aber mit jeder Menge Traktion.

Etappe 1 – BMW 335i xDrive Gran Turismo

BMW_XDrive_Challenge_2014_00Los geht’s nach kurzem Briefing und Erklärung der verschiedenen Aufgaben, die das Team Lorenz Keller/Herbie Schmidt neben der ausgiebigen Testfahrt zu erledigen hat. Das mit der Lösung des Rubik-Würfels, mit hämischem Grinsen vorgetragen, war durchaus ernst gemeint – für uns allerdings die schwierigste Aufgabe des Tages.

Schwieriger zumindest als den BMW 3er GT mit 306 PS starkem Reihensechser und Allrad durchs Tösstal zu lenken. Einzig die Schlucht zwischen Fischingen und Bennenmoos ist nach erstem Schneefall bereits ordentlich vereist und lässt den xDrive-BMW gelegentlich stark untersteuern. Und das trotz serienmässig DSC, ABS, ASC, DTC, CBC, DBC und ICM. Was das alles heissen soll? Sagen wir kurz “Fahrdynamikregelung”, die jedoch behaglich spät eingreift und auf glatter Bahn Mann noch Mann sein lässt.

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Nebenbei noch navigieren, markante Wegpunkte aufspüren und Denkaufgaben lösen – das erhöht die Fahrkonzentration bis zum Etappenziel in Bütschwil. Vom 3er GT nehmen wir ungern Abschied, fährt er sich doch genauso handlich wie die Limousine, obwohl er hinten etwas füllig wirkt und über mehr Kofferraumvolumen verfügt als der Kombi.

Etappe 2 – BMW M550d xDrive

BMW_XDrive_Challenge_2014_10Start zur Fahrt auf die Schwägalp-Passhöhe in 1278 Metern Höhe. Der Schneefall hat ein wenig zugenommen, wird aber zwischendurch immer wieder durch Sonnenstrahlen unterbrochen. Schwierige Sichtverhältnisse, mal blendend hell, mal finster.

Die Fahrbahn ist aber bis zum Zwischenhalt bei der Säntis-Seilbahn trocken oder nass, aber nie glatt. Gut so, denn ob der Fünfer mit Dampfhammerantrieb und 381 Diesel-PS mit rutschiger Strasse zurecht gekommen wäre, ist zweifelhaft. Auch der M550d hat Allradantrieb, aber das maximale Drehmoment von 740 Nm ist selbst für den xDrive happig. Der Fünfer gibt sich dank ausgezeichnet abgestimmtem Fahrwerk auf der Fahrt stoisch und neutral. Der hohe Komfortstandard im Innern der starken Limousine lässt uns die nächsten Rätsel und Aufgaben stressfrei lösen. Wenn nur der Rubikwürfel nicht wäre…

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BMW_XDrive_Challenge_2014_14Auf der Passhöhe ein kleiner Ausflug mit dem neuen Elektro-BMW i3. Der macht auf schneebedecktem Parkplatz mit seinem Heckantrieb eine gute Figur. Die Regelsysteme haben aber mit dem 170 PS starken E-Motor und der Bremsanlage jede Menge zu tun.

Ganz abschalten lassen die Fahrdynamiksysteme sich nicht und bremsen sowohl beim Antritt als auch in den Kurven kräftig ein. Schade, aber das gute Stück ist auf den ersten Blick mit seinen schmalen Rädern tatsächlich wintertauglich – keine Spur von ausbrechendem Heck, und in den engen Kehren des Testparcours macht sich der enge Wendekreis besonders positiv bemerkbar – wenn man den i3 schon nicht per Heckschwung um die Torstange wedeln kann.

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BMW_XDrive_Challenge_2014_16Deutlich mehr Laune macht aber der Mini Countryman All4 John Cooper Works, der sich mit ausgeschaltetem DSC trotz permanentem Allradantrieb schön ums Dreieck driften lässt. Naja, wenigstens bis der Instruktor per Funk darum bittet, vor lauter Spulen und Quertreiben die Piste nicht in eine Eisbahn zu verwandeln. Die anderen Testfahrer lassen danken.

Bis zum Etappenziel in der hübsch zum Restaurant umgebauten Brauerei St. Johann geht es nur bergab. 4×4 nützt da herzlich wenig, dafür moderate Fahrweise trotz geballter Diesel-Power im M550d. Jetzt haben wir den Würfel endlich geknackt, mit etwas Brain-Doping – danke Sandro!

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Etappe 3 – BMW 435i xDrive Coupé

BMW_XDrive_Challenge_2014_17Auf Wiedersehen Toggenburg, auf ins Bündnerland mit dem 4er Coupé mit Dreiliter-Reihensechszylinder und 306 PS. Als erstes fällt auf, dass die Sechsganghandschaltung weicher in die Gänge kommt als früher – da hat BMW endlich was getan, gut so.

Das Interieur entspricht allen aktuellen BMW-Modellen, doch wirkt die tiefe Dachlinie etwas einengend – wir kommen dank der feinen Fahrleistungen des Vierers schnell darüber hinweg. Und vergessen dabei fast noch, die Etappenaufgaben zu lösen und mit der Sofortbildkamera die Beweisfotos zu schiessen. Das ist gerade nochmal gut gegangen.

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Etappe 4 – BMW 535d xDrive Gran Turismo

BMW_XDrive_Challenge_2014_23Letzte Etappe des ersten Tages: Der Aufstieg nach Valbella und Lenzerheide – das Ziel auf 1585 Metern Höhe im schönen Maiensässhotel Guardaval in Sporz. Und das mit dem dicken Brummer, dem hierzulande wenig geliebten Fünfer GT, der ja eigentlich für die USA konzipiert ist, in der Schweiz aber dennoch im Verkaufsangebot steht.

Das Beste zuerst: Wenn man drin sitzt, kann man sich fühlen wie in einer 7er Limousine, so grosszügig ist das Platzangebot. Und man sieht das klobige Heck dann auch nicht. Mit 313 PS ist der Turbodiesel die richtige Wahl für den Zweitonner, und mehr als 6,4 Liter soll er im Schnitt nicht verbrauchen. Sparsam allerdings ist der GT auf der Fahrt nach Lenzerheide kaum. Volllicht an, Heizung auf Hochtouren, Sitzheizung, Multimedia, so ziemlich alle Verbraucher, die Sprit fressen. Und mit lebendigem Gasfuss die Kehren hoch zum Ziel, das macht durstig.

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Die Effizienz wird zum Glück nicht bewertet, und so liegt Team Keller/Schmidt nach Tag 1 immerhin auf Platz 2. Ausbaufähig.

Und hier die komplette Strecke des ersten Tages bei der BMW xDrive Swiss Challenge 2014:


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