RAID 2014: Das Schwierigste zum Schluss

raid2014_03_01Letzter Tag am “RAID Suisse-Paris visits Bruxelles”, wie es diesmal etwas kompliziert heisst. Und für die Veranstalter ist nach vielen Protesten gegen die Nachtetappe und widrige Strassenverhältnisse mittlerweile klar, dass der Ausflug nach Belgien für den RAID wohl ein einmaliges Erlebnis bleiben wird.

Uns und unserem Passat ist es dank “Dakar”-Abstimmung einerlei. Wir lassen es weiterhin fliegen, und im Lauf des Vormittags haben wir gefühlte zwei Stunden Vorsprung auf die Marschtabelle. In Tat und Wahrheit sind es nach Manuelas präzisen Berechnungen etwa 15 Minuten, und die werden bitter nötig sein, genauso wie die vom Veranstalter für die Proviantpause veranschlagten 30 Minuten. Denn nach einer Sonderprüfung heisst es plötzlich “Umleitung”, viele Strassen und Kreuzungen im Roadbook sind gesperrt. Wir verirren uns, wie so viele Konkurrenten, die wir auf der Suche nach dem richtigen Anschluss immer wieder in entgegengesetzter Richtung antreffen. Wir verlieren jedoch nicht den Kopf und suchen. Einmal führt der Weg über ein langes Stück Schotterpiste mit tiefen Löchern. Das kann einfach nicht stimmen, sage ich mir, denn die darauffolgenden Passagen stimmen nicht ganz mit dem Roadbook überein. Wir fahren die Piste wieder zurück und suchen weiter. Später werden wir erfahren, dass dieser Feldweg doch der richtige gewesen wäre. Aber die tiefergelegten Mitbewerber wären daran zerschellt, da bin ich mir sicher.

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raid2014_03_03Nach rund 45-minütiger Suche sind wir endlich wieder auf dem richtigen Weg. Jetzt beginnt die Hatz ins Ziel, um das Zeitfenster zu erreichen. Manuela errechnet mehrfach einen Rückstand von etwa zehn Minuten, den der fliegende Passat einfach nicht mehr einholen kann. So überholen wir noch, was gerade so geht, und sind verspätet im Ziel. Es war ein schwieriger Tag, die schwerste Etappe der ganzen Rallye. Aber wir sind heil angekommen und freuen uns bei einem belgischen Weissbier darüber.

Bei der Abendgala im Brüsseler Automobilmuseum dann die grosse Überraschung: Wir haben in der Sportwertung Platz zwei erreicht, noch vor unseren zu Freunden gewordenen Konkurrenten Marcel Wilder und René Jung in ihrem Austin Healey. Es gewann die Kategorie Sport der Lotus Esprit S2 mit unseren Mentoren Brigitte und Bojan Pajic. Ein Podium unter Freunden, was für ein Resultat. Die beiden sind in der Gesamtwertung über alle Kategorien knapp Zweite geworden, und wir mit unserer Passat-Rübe Vierte. Der krönende Abschluss einer spannenden und unterhaltsamen Veranstaltung. Nächstes Jahr würden wir gerne wiederkommen, ganz bestimmt.

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